Privat versichert im Lehramtsstudium
Mit dem Beginn deines Lehramtsstudiums stehen viele wichtige Entscheidungen an – eine davon ist die Wahl der richtigen Krankenversicherung. Während viele Studenten automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) landen oder über die Familie gesetzlich versichert bleiben, stellt sich für Kinder von Beamten oft eine andere Frage: Kann oder sollte ich im Studium privat versichert bleiben?
Da dein späterer Berufsweg als Lehrer ohnehin stark mit der privaten Krankenversicherung (PKV) und der Beihilfe verknüpft ist, lohnt sich ein genauer Blick auf deinen Versicherungsstatus im Studium. Hier erklären wir dir, wann eine private Versicherung für Studenten möglich ist, worauf du bei der Beihilfe deiner Eltern achten musst und warum die frühzeitige Weichenstellung so wichtig ist.
Kann ich mich als Student privat versichern?
Grundsätzlich lautet die Antwort: Ja, das ist möglich. Wenn du dich an einer Hochschule einschreibst, wirst du in Deutschland erst einmal versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Du hast jedoch die Möglichkeit, dich von dieser Versicherungspflicht befreien zu lassen. Dafür musst du innerhalb von drei Monaten nach der Immatrikulation einen Antrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse stellen. Wichtig: Diese Befreiung gilt dann für dein gesamtes Studium und kann nicht widerrufen werden. Wer sich für die PKV entscheidet, bleibt also für die Dauer des Studiums auch dort.
Über die Eltern in der PKV bleiben: Wie lange zahlt die Beihilfe?
Wenn ein Elternteil von dir verbeamtet ist, warst du vermutlich während deiner Schulzeit über diesen Elternteil beihilfeberechtigt. Das bedeutet, der Dienstherr (das Bundesland oder der Bund) hat einen Großteil (in der Regel 80 %) deiner Krankheitskosten übernommen, während die restlichen 20 % über eine private Restkostenversicherung abgedeckt waren.
Dieser Beihilfeanspruch bleibt auch während des Studiums bestehen – allerdings nur solange, wie für dich Kindergeld gezahlt wird. Die Grenze liegt hierbei in der Regel bei der Vollendung deines 25. Lebensjahres (Zivildienst, Freiwilligendienste etc. können dies geringfügig verlängern).
Solange du beihilfefähig bist, ist die private Krankenversicherung im Studium extrem günstig. Oft zahlst du hier deutlich weniger als im Studententarif der gesetzlichen Krankenkassen und profitierst gleichzeitig von den starken Leistungen der PKV.
Was passiert nach dem 25. Geburtstag?
Wenn du dein 25. Lebensjahr vollendest und das Kindergeld wegfällt, entfällt im gleichen Zug auch dein Anspruch auf die Beihilfe über deine Eltern.
Ab diesem Moment müsstest du dich in der privaten Krankenversicherung zu 100 % selbst versichern (sogenannte Vollkostenversicherung). Das kann im Studium, wo das Budget meist knapp ist, plötzlich sehr teuer werden. Da eine Rückkehr in die GKV während des Studiums (aufgrund der damaligen Befreiung) nicht möglich ist, bieten viele private Krankenversicherungen spezielle, günstigere Studententarife an, um diese Phase finanziell überbrückbar zu machen.
Lohnt sich die private Krankenversicherung im Lehramtsstudium?
Das hängt stark von deiner individuellen Situation ab. Bist du über deine Eltern beihilfeberechtigt und wirst dein Studium voraussichtlich mit 24 oder 25 Jahren abschließen und direkt ins Referendariat starten? Dann ist das Bleiben in der PKV meist der günstigste und leistungstechnisch beste Weg. Bist du jedoch schon zu Beginn deines Studiums älter oder weißt, dass du noch deutlich länger studieren wirst, kann es sinnvoll sein, die Situation vorab genau durchzurechnen.
Der Übergang ins Referendariat: Frühzeitig planen
Egal ob du im Studium gesetzlich oder privat versichert bist: Mit dem Start in dein Referendariat wirst du in der Regel Beamter auf Widerruf. Dadurch hast du nun einen eigenen Beihilfeanspruch (meist 50 %).
Spätestens hier wechseln die meisten angehenden Lehrer in die private Krankenversicherung. Damit dieser Wechsel aufgrund von Vorerkrankungen oder Gesundheitsprüfungen nicht scheitert, ist es wichtig, sich schon im Studium mit sogenannten Anwartschaften oder Optionstarifen (wie z.B. Fit4Ref) zu beschäftigen.
Lass uns gemeinsam auf deine Situation schauen
Nicht sicher, ob die GKV oder die PKV im Studium für dich richtig ist? Du willst wissen, wie sich dein Status auf das spätere Referendariat auswirkt? Sprich uns einfach an. Wir prüfen deine Optionen und helfen dir, die richtige Entscheidung zu treffen – kostenlos und unverbindlich.
Kann ich mitten im Studium von der GKV in die PKV wechseln?
Nein, die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht ist nur innerhalb der ersten drei Monate nach deiner Einschreibung (Immatrikulation) möglich. Danach bist du für den Rest deines Studiums an die GKV gebunden.
Kann ich nach dem Studium zurück in die GKV wechseln?
Ja, wenn nach dem Studium eine Versicherungspflicht eintritt (zum Beispiel durch eine sozialversicherungspflichtige Anstellung vor dem Referendariat), kannst du wieder in die GKV wechseln. Startest du jedoch direkt als Referendar und Beamter auf Widerruf, wählst du in der Regel direkt den Anwärtertarif der PKV.
Was kostet die PKV für Studenten?
Solange ein Beihilfeanspruch (80 %) über die Eltern besteht, liegen die Beiträge oft im sehr niedrigen zweistelligen Bereich. Fällt die Beihilfe weg, bieten Versicherer spezielle Studententarife an, die je nach Alter und Leistungsumfang variieren.